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WAZV Saalkreis                                                                                                                Dezember 2016

 

 

Kundeninformation des WAZV Saalkreis

 

 

Sehr geehrte Anschlussnehmerin,

sehr geehrter Anschlussnehmer,

 

mit der Jahresverbrauchsabrechnung 2015 hatte ich Sie über die Vereinheitlichung der Gebühren für die Abwasserentsorgung informiert. Ausgehend vom Durchschnitt aller Abrechnungsgebiete konnten die Gebühren für die zentrale Abwasserentsorgung gesenkt werden. Neben den Gebühren für die Schmutzwasser- und dezentralen Entsorgung zählt aber auch das Niederschlagswasser zur Abwasserentsorgung. Auf diesen speziellen Aspekt möchte ich nachfolgend gern näher eingehen.

 

  1. Warum gibt es eine Gebührenvereinheitlichung beim Niederschlagswasser?

 

Bei Niederschlagswasser von befestigten oder bebauten Flächen handelt es sich gemäß Wasserhaushaltsgesetz (WHG) Paragraf 54, Absatz 1 nach rechtlicher Definition um Abwasser. In unserer Region hat der WAZV Saalkreis in den Jahren 2013 bis 2015 die Abwasserentsorgung von bis dahin sechs verschiedenen Aufgabenträgern und damit für insgesamt zehn verschiedene Abrechnungsgebiete mit unterschiedlichen Gebührenhöhen übernommen.

 

Nach der schrittweisen Übernahme wurden in diesem Jahr nun alle Abrechnungsgebiete zusammengefasst und die Kalkulation führt zu einer einheitlichen gleichgroßen Gebührenhöhe beim Niederschlagswasser für alle Kunden.

Diese solidarische Gebühr beträgt 0,67 Euro pro Quadratmeter je voll versiegelte Fläche.

 

Die rechtlich gebotene Vereinheitlichung bedeutet für einige Ortschaften eine Verringerung der Gebührengrundlage, für andere Regionen ergibt sich hingegen eine rein rechnerisch zum Teil deutliche Steigerung im Grundbetrag. In einigen Ortsteilen wird sogar erstmals eine solche Gebühr eingeführt.

 

  1. Gibt es tatsächlich gleichhohe Gebühren für alle?

 

Ja. Die konkret zu zahlende Gebühr reduziert sich jedoch nach individuell unterschiedlichen Abflussfaktoren, die nach Flächengruppen aufgegliedert sind. Diese orientieren sich am jeweiligen Versiegelungsgrad und betragen:

 

Flächengruppe
 Faktor 
Dachflächen, Betonflächen, Asphalt 1,0
Verbundpflaster, Plattenbeläge mit durchlässigen Fugen 0,6
begrünte Dachflächen, Rasengittersteine 0,4
sonstige gering versiegelte Flächen (wie Kunststoffwaben, Splitt- oder Schotterflächen, durchlässige Pflasterbeläge, Schotterrasen o.ä.) 0,1

 

Die aktuellen Bescheide für den Bereich Niederschlagswasser wurden auf Grundlage der ihnen zugesandten Erfassungsbögen intensiv geprüft und mit der Umstellung des Abrechnungsprogrammes des WAZV in mehreren Etappen versandt. Daraus ist die für Sie konkret gültige Gebührenhöhe für das laufende Jahr 2016 zu entnehmen.

 

Die Jahresabrechnung 2016 sowie die Veranlagung ab dem Jahr 2017 erfolgt anhand des tatsächlichen Versiegelungsgrades. Eventuell zu viel gezahlte Beträge aus dem Vorausleistungsbescheid 2016 werden bei der Jahresabrechnung selbstverständlich berücksichtigt und zurückgezahlt.

 

  1. Was bedeutet ein Dauerbescheid?

 

Ab dem Jahr 2017 werden alle Niederschlagswassergebühren dann als Dauerbescheid festgesetzt. Diesen Bescheid haben Sie gegebenenfalls schon erhalten. Er gilt so lange, bis sich die Berechnungsgrundlagen oder die Gebührenhöhe verändern. In einem solchen Fall werden neue Dauerbescheide verschickt.

 

Der Jahresbetrag der Niederschlagswassergebühr wird zum 15. Februar eines Kalenderjahres fällig, wenn er 60,00 Euro nicht übersteigt. Bei einem höheren Jahresbetrag wird die Summe in sechs Teilbeträgen zu den Terminen 15.02., 15.04., 15.06., 15.08., 15.10. und 15.12. eines Kalenderjahres fällig. Auf Kundenantrag kann der Jahresbetrag für Niederschlagswasser auch von mehr als 60,00 Euro bereits am 15. Februar entrichtet werden, wenn der Antrag dazu spätestens am 30. November des vorangehenden Kalenderjahres gestellt wurde.

 

Ich hoffe, mit dieser ausführlichen Darstellung Ihre Fragen beantwortet zu haben.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

gez. Holger Herrmann

Verbandsgeschäftsführer                                                                 Petersberg, 12. Dezember 2016